#LoveAtRisk-Trilogie


Ein Moment zwischen romantischer Spannung und unterschwelliger Gefahr.
Eine Begegnung, die mehr ist als nur Nähe - und längst Teil eines Spiels, das keiner von ihnen kontrolliert.



Und jetzt darf dein Lesevergnügen auch gleich losgehen...

🔥 Du bist einen Schritt weiter gegangen.

 

Diese Szene gehört nicht zu den drei Bänden von #LoveAtRisk.


Sie ist ein zusätzlicher Moment - zwischen Nähe, Spannung und Entscheidungen, die alles verändern können.

Ein Blick hinter das, was war.
Und ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt.


Exklusiv für dich freigeschaltet


Alle Bilder auf dieser Seite sind  erstellt mit ChatGPT und canva.com

Notwendiges Übel

Er dachte an Mary, die Frau, die er mehr als alles andere geliebt hatte - und die er eiskalt ermordet hatte, weil sie ihn verlassen hatte, um diesen Sergeant John White zu heiraten.

Sie war ein Fehler gewesen.

Ein notwendiger - vor allem ihre Beseitigung.

Aber ein Fehler.

Er vermied die Erinnerung an ihre Ermordung nicht.

Sie war nur irgendwie… ineffizient.

Eine von vielen, auch wenn sie etwas Besonderes gewesen war.

Lächelnd dachte er an den Tag, als er sie in ihrem Haus aufsuchte.

John war mal wieder auf einem Auslandseinsatz gewesen und hatte ihr viel Liebeskummer beschert.

Er war eben ein Agent, der durch die Welt tingelte, anstatt bei seiner Familie zu bleiben.

Aber Mary hatte ihn so sehr geliebt, dass sie seine Abwesenheit in Kauf genommen hatte.

Und an diesem Tag war sie gerade am Keksebacken gewesen mit ihrer kleinen Tochter.

»Was willst du hier?«, hatte sie gefragt.

Und er hatte sie nur angelächelt. »Ich möchte dich ein letztes Mal besuchen.«

»Wieso ein letztes Mal?« Mary war verwirrt gewesen. »Verlässt du Australien?«

»Oh, so weit willst du mich gleich wegschicken?«

»Nein. Du kannst machen, was du willst. Solange du mich in Ruhe lässt.«

»Dann soll ich nur dich in Ruhe lassen?«

Mary blickte zwischen ihm und ihrer Tochter hin und her. »Was hast du vor?«

»Nun«, hatte er ruhig lächelnd gesagt, »ich bin hier, um John einen Denkzettel zu verpassen.«

Mary war in die Küche geflohen und hatte ihre Tochter hinter ihrem Rücken versteckt, doch er war kein Anfänger.

Es war ein Leichtes gewesen, Mary zu überwältigen und die Kleine zu schnappen.

Noch immer spürte er das aufregende Kribbeln, das ihm immer vor solchen Aufräumaktionen überkam.

»Tu ihr nichts! Bitte! Nimm mich!«, hatte Mary gefleht.

»Oh, um dich kümmere ich mich auch gleich, mein Schatz!«

Ohne mit der Wimper zu zucken, hatte er seinen Plan in die Tat umgesetzt und hinterher alles fotografiert.

Schließlich brauchte er die Bilder, um John später die freudige Mitteilung zu überbringen, dass er sein Leben jederzeit zerstören konnte.

Und nun war es wieder so weit: John hatte eine neue Frau in seinem Leben: Nele.

Nele erinnerte ihn mit ihrem ganzen liebevollen Wesen an Mary.

Sie war so unmenschlich perfekt.

Sie hatte keine wirkliche Schwachstelle, war zu allen Menschen freundlich und sah in jedem nur das Beste.

Und ausgerechnet derselbe Mann, der dafür gesorgt hatte, dass er den einzigen Menschen tötete, den er je geliebt hatte, lag nun in ihrem Bett: John.

Gott, wie er ihn hasste!

Er schaute in den Spiegel und betrachtete seine Narbe unter dem linken Auge.

Sie würde ihn für immer an Mary erinnern, denn natürlich hatte sie versucht, sich zu wehren, als er erst ihre und Johns kleine Tochter und schließlich sie umbrachte.

Er dachte mit gemischten Gefühlen an den Moment zurück.

Es war ein notwendiges Übel gewesen, wenngleich auch sehr befriedigend, denn er hatte John damit einen Dolchstoß verpasst.

John war danach kaum lebensfähig gewesen und Frauen hatte er nicht einmal mehr aus der Ferne angeschaut.

Aber Zeit heilte ja alle Wunden.

Offenbar auch Johns.

Seit Marys Beseitigung damals beobachtete er John auf Schritt und Tritt. Dieser Mann durfte nicht glücklich sein, schon gar nicht glücklicher als er.

Schweigend band er seine Krawatte und zog sich den grauen Mantel über. Die Wahl seiner Kleider fiel ihm nicht schwer. Er hatte zwanzig Outfits von derselben Marke in derselben Farbe.

Das gab ihm ein Gefühl von Sicherheit in dieser schnellen Zeit, in der kaum etwas Bestand zu haben schien.

Und doch war er elendig gelangweilt von seinem Leben.

Selbst der Aufenthalt in der Unterwelt des Internets gab ihm nur wenig Befriedigung und so war er kurzentschlossen von Perth nach Hamburg geflogen, um mal wieder so etwas wie einen Kick zu verspüren.

Und nun war er John auf den Fersen - nicht nur digital.

Als er gestern gesehen hatte, dass John nach acht qualvollen Jahren offensichtlich wieder eine Frau kennengelernt hatte, die sein Herz höher schlagen ließ, war in ihm eine Entscheidung gereift.

Er würde wieder auf die Jagd gehen.

Und dieses Mal richtig.

Die ganze Welt sollte wissen, dass er es war, der so viele Menschen auf dem Gewissen hatte.

Er war es leid, im Schatten zu leben und so verkannt zu werden.

All seine Gräueltaten waren unaufgeklärte Akten, die niemand mehr ansah. Es triggerte ihn, dass man ihm bis heute nicht auf die Spur gekommen war, und nicht einmal die Morde an Mary und Lisa White aufgeklärt hatte.

Wieso waren die Ermittler so unfassbar dämlich, dass sie ihn so schnell vom Haken gelassen hatten?

War er so klug vorgegangen, dass sie seine Spuren nicht erkannt hatten oder saßen in der Mordermittlung einfach nur dumme Menschen, die keine Spuren lesen konnten?

Seufzend band er sich die Schuhe zu.


Ein leises Kribbeln durchzog ihn, als er an die neue Mitarbeiterin von Falcon Shield Global Security dachte.

Pixel.

Wer gab sich so einen Namen?

Wollte sie damit weismachen, dass sie schlauer war als er?

Er, der Gott der digitalen Systeme?

Zugegeben, sie war schlau, ja.

Aber nicht so schlau wie er.

Niemand war so schlau wie er.

Er löschte seine Spuren nicht mehr und hinterließ absichtlich ein paar Logdaten, damit Pixel ihn sehen konnte. Damit sie Teil seines Schachspiels wurde.

Er verschob ein paar Daten. Nur ein paar Millisekunden. Nutzte digitale Briefkästen, von denen er wusste, dass Pixel sie finden würde.

Genug, um gesehen zu werden.

Nicht genug, um gefunden zu werden.

Er wusste, dass sie sich nicht nur die Polizeiakte von Johns getöteter Familie gezogen hatte. Sie wühlte sich sogar durch sämtliche Archive des DarkNets und der städtischen Verkehrskameras von Perth, an die nicht einmal die Polizeibehörde gedacht hatte.

Er war sich sicher, dass sie ihm auf die Spur kommen würde.

Und genau das spornte ihn an.

Vor allem die Tatsache, dass er nicht wusste, wer sie war.

Er wollte wissen, wer ihm fast ebenbürtig auf der Spur war und es wurmte ihn, dass er ihre Identität noch nicht hatte aufdecken können.

Er schnappte sich die Hotelzimmerkarte und verließ das Hotelzimmer.

Er wusste, dass John sich heute mit Nele treffen wollte.

Er hatte sich in Johns Wegwerfhandy gehackt. Und egal, welche Nummer er wählte, es war keine Hürde für ihn.

Drei Minuten - das war alles, was er brauchte, um Zugriff auf sämtliche Kommunikationskanäle des Agents zu bekommen.

Die Schwachstelle lag nie im System.

Sondern immer im Menschen.

Eine Kleinigkeit für ihn.

Dadurch konnte er alles abfangen und abhören, selbst Gespräche, die John führte, während sein Handy in der Tasche steckte.

Lächelnd betrat er die Straße und näherte sich der Zentrale von Falcon Shield, die sie übergangsweise in HafenCity eingerichtet hatte.

Als er John aus dem Gebäude treten sah, zog er sich dezent in einen Hauseingang zurück.

Da war er: sein Feind Nummer Eins.

John trug eine Jeans, ein enges Shirt und eine legere Jacke.

Sein neuer Look mit dem Dreitagebart stand ihm ausgezeichnet. Wobei es vermutlich nichts gab, was John entstellen konnte.

Außer jemand half nach.

Aber das hatte er nicht vor.

Er sah John lieber leiden, und was war da besser geeignet als Frauen, die dem Agent aufgrund seiner enormen Attraktivität zu Füßen lagen und dann gewaltvoll von ihm getrennt wurden.

John betrat ein Café, wo Nele bereits auf ihn wartete.

Unauffällig folgte er ihm und nahm in Johns Rücken am Ende des Cafés Platz. Von dort aus konnte er ihn hervorragend beobachten. Er schlug eine Tageszeitung auf und nahm sie zur Tarnung, während er ihr Gespräch mit anhörte.

Die Kamera im Café war ein Witz. Standardverschlüsselung.

Warum waren die Menschen so sorglos mit ihrem WLAN-Zugang?

Wussten sie nicht, dass sich dadurch jeder, wirklich jeder in ihre geheimsten Daten hacken konnte?

»Nele, Darling! Es ist so schön, dass du Zeit hast.« John beugte sich vor und gab Nele einen zärtlichen Kuss.

»Wie kann ich so einer Einladung widerstehen?« Nele lächelte ihn an. Ihre Augen schimmerten verliebt, ihre Apfelbäckchen ließen sie aussehen wie einen Engel.

»Da bin ich doch froh, dass ich dich im Romantikhotel mit meinem Charme bezirzen konnte.« John nahm sich die Karte. »Hast du schon etwas bestellt?«

»Nein. Ich wollte auf dich warten.«

»Eine kluge Entscheidung, Ma’am.«

Nele kam aus dem Lächeln nicht mehr heraus.

Man sah ihr deutlich an, dass sie Hals über Kopf in John verliebt und quasi auf ihn hereingefallen war. Auf seine charmante Art und dieses perfekte Hollywood-Lächeln. Sicherlich war auch Johns durchtrainierter Body und seine überlegene, ruhige Ausstrahlung, mit der er die Gegend scannte, mit ein Grund, weshalb die Frauen dahinschmolzen.

Frauen liebten muskulöse Männer - und Typen, die Ruhe und Überlegenheit ausstrahlten.

Irgendwie schien ihnen das ein gefährliches Gefühl von Sicherheit zu geben.

Aber Sicherheit war wie schleichendes Gift - man war sich nie sicher, wann es wirkte und wann die Wirkung endete.

Er bestellte sich einen Kaffee und beobachtete das Pärchen.

Sie wirkten so unfassbar verliebt.

Und da er John schon seit zehn Jahren auf den Fersen war, konnte er sehen, dass es den Agent ordentlich erwischt hatte.

Zu Recht.

Nele war außergewöhnlich süß.

Jeder, der das nicht sah, musste blind sein.

»Nele, Darling, wollen wir nach dem Frühstück noch an die Elbe gehen? Es ist so ein schöner Tag und ich muss erst heute Abend wieder arbeiten.« John streckte seine Hand aus und ließ seinen Zeigefinger über ihren Handrücken gleiten.

»Du weißt, wie du mich um den Finger wickeln kannst, oder?« Nele lächelte. »Aber wenn du nicht aufhörst, meine Hand zu streicheln, müssen wir ins nächste Hotel einkehren.«

John grinste. »Dagegen hätte ich überhaupt nichts einzuwenden.«

Nele lachte laut auf. »Dann sollten wir uns erst einmal stärken.«

Sie bestellten ein üppiges Frühstück.

Als die Bedienung ihr Essen brachte, nahm John Neles Hand. »Du hast mich vom ersten Augenblick an verzaubert, Sweetie! Ich wünsche mir sehr, dass da mehr draus wird.«

»Interessant, dass du das sagst«, sagte Nele und nahm den ersten Bissen vom Rührei. »Ich habe seit Jahren keine Komplimente mehr bekommen und Männer kamen in meinem Leben schon gar nicht mehr vor.«

»Sie müssen alle blind sein.« John gab ihr einen Handkuss. »Oder der Mitarbeiter im Universum hatte andere Pläne. Er wollte, dass wir beide uns begegnen und miteinander glücklich werden.«

»Nun, ich finde, er sollte zum Mitarbeiter des Monats ernannt werden«, erwiderte Nele und gluckste.

»Absolut.« John aß sein Omelette und nahm einen Schluck Kaffee. »Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar für diese Begegnung. Wenn wir den Auftrag, die von Falkenhayns zu beschützen, nicht bekommen hätten, hätten wir beide uns nie getroffen.«

»Welchen Auftrag hast du zuvor ausgeführt?« Nele stutzte. »Oder darfst du darüber nicht sprechen?«

»Nein. Unterliegt der Schweigepflicht. Ich war zuletzt in Washington D.C. im Einsatz. Und als nächstes wäre Australien dran gewesen.«

»Wow! Du kommst viel rum. Und weißt du schon, wie lange du hier in Hamburg eingesetzt wirst?«

»Nein, das können wir nicht sagen. So etwas lässt sich selten im Voraus festlegen, es sei denn, die Klienten buchen gleich für mehrere Monate oder sogar Jahre.«

»Was war dein längster Aufenthalt an einem Ort?«

John hielt inne.

Er atmete tief durch und man sah deutlich, wie seine Hände anfingen zu zittern.

Auch Nele war eine gute Beobachterin.

Sofort stellte sie ihre Tasse heiße Schokolade ab und ergriff seine Hand. »Entschuldige bitte! Ich wollte dich näher kennenlernen, aber… ich wollte dich nicht aufwühlen. Du hast sicherlich nicht nur schöne Sachen erlebt in deinem Job als Leibwächter.«

»Nun, ich würde mich nicht als Leibwächter bezeichnen. Ich war lange Zeit bei den Special Forces. Ich bin ein Agent.«

»Dann bist du also kein Bodyguard?«

»Nun, die Allgemeinheit würde mich vermutlich so bezeichnen, aber ich denke, das trifft es nicht ganz.«

»Weil du Nahkampferfahrung hast?«

John blickte Nele an. »Wie kommst du darauf?«

»Nun ja, du sagtest, du warst ein Special Forces Operator. Soweit ich informiert bin, gehört da als Disziplin auch Nahkampf dazu.«

»Das stimmt. Ich sehe, du bist eine aufmerksame Zuhörerin.« John lächelte. Dann stand er kurz auf und beugte sich über den Tisch, um ihr vor allen Leuten einen zärtlichen, viel zu langen Kuss zu geben.

Er blickte die zwei über den Rand der Zeitung hinweg an.

Liebe war so faszinierend - vor allem der Moment, in dem sie zerbrach.

»Wow! Wofür war der denn, Mr Agent?«

»Dafür, dass du nicht nur die süßeste Frau bist, der ich seit langem begegnet bin, sondern auch die schlauste.«

Nele lächelte. »Was hast du alles gelernt als Operator? Schießen, Nahkampf und taktisches Denken?«

»Exakt, Ma’am. Aber wird unser heißes Date nun zu einem abgeklärten Vorstellungsgespräch?«

Nele lachte. »Vielleicht.« Sie trank etwas Kakao. »Also?«

»Ah, ich sehe schon, du lässt mich nicht vom Haken.«

»Nein. Ich will alles wissen. Bis ins kleinste Detail. Ich möchte doch wissen, ob deine Muskeln nur zur Zierde da sind oder ob du wie ein richtiger Mann kämpfen kannst.«

»Nun«, John zuckte mit den Augenbrauen, »dann werde ich dich mal einweihen, Ma’am…« Er räusperte sich. »Wir lernen natürlich, wie man mit Waffen umgeht, Räume sichert oder auch ohne Waffe kämpft. Wir lernen, wie man andere und sich selbst verteidigt - oder gegebenenfalls auch mal angreift. Und das unter höchsten Stressbedingungen. In der Dunkelheit, bei Lärm und bei Chaos. Es ist wichtig, dass wir einen kühlen Kopf bewahren, egal, wie aussichtslos eine Situation erscheinen mag.«

»Verstehe. Das ist vermutlich etwas, was der normale Mensch nicht gelernt hat. Stress so zu verarbeiten, dass er cool bleibt.« Nele schnitt eine Grimasse. »Davon kann ich mich sicher nicht ausschließen. Ich denke, in Extremsituationen würde ich den Kopf verlieren.«

»Natürlich würdest du das, Darling!« John nahm ihre Hand. »Jeder würde das. Das liegt in der Natur des Menschen. Dafür sorgen schon unsere Stresshormone. Und wenn man nicht trainiert ist, fällt einem das dann auf die Füße. Aber wie du schon sagtest, ist das ganz normal. Die meisten Menschen ticken so.«

»Außer dir.« Verliebt lächelte Nele ihn an. »Du bist anders gestrickt.«

John strahlte bis über beide Ohren. »Ganz genau. Ich werde dich also in jeder Lage beschützen können.«

»Oh, ich bin also zu hundert Prozent sicher bei dir?«

»Zu hundert Prozent!« John blickte ihr tief in die Augen.

Ihr Beobachter lehnte sich lächelnd zurück.

John wusste nicht, dass er bereits eine Spielfigur auf seinem Schachbrett war.

Zu hundert Prozent sicher!

Er würde ihn lehren, was Sicherheit bedeutete und die hundert Prozent konnte er schnell und jederzeit auf unter zehn senken.

Siegessicher trank er seinen Kaffee aus und widmete sich wieder dem Gespräch, das er durch sein In-Ear-Comm mithören konnte.


»Dann hast du auch gelernt, Menschen zu analysieren?«

»Natürlich. Ein Soldat, der das nicht kann, ist verloren. Wir müssen immer drei Schritte vorausdenken. Ich scanne Menschen, sobald ich sie sehe. Allerdings nicht zwingend ihr Äußeres, sondern eher ihre Absichten.«

»Und welche Absichten habe ich?«

»Wenn du mich so anschaust, eine, für die wir gleich eine ungestörte Ecke benötigen. Oder vielmehr ein Hotelzimmer.« John grinste und wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. Er nahm ihre Hand erneut und blickte ihr tief in die Augen. »Ich hoffe, du weißt, dass meine Absichten ernster Natur sind, oder? Ich habe nicht vor, dich nur ins Bett zu kriegen. Du bist mehr für mich, Nele!«

»Da hattest du mich ja auch schon.«

John lachte leise auf. »Ja, und natürlich hoffe ich, dass ich dich da auch wieder reinbekomme…«

»Zu hundert Prozent.« Nele zwinkerte ihm zu.

»Nichtsdestotrotz sollst du wissen, meine bezaubernde Nele, dass ich mich bis über beide Ohren unsterblich in dich verliebt habe. Ich will mit dir zusammensein. Wirklich.«

»Schreibst du mir gleich auf die Serviette Willst du mit mir gehen? Kreuze an: Ja oder Nein?«

John ließ ihre Hand los, holte einen Kugelschreiber aus seiner Jackentasche und kritzelte etwas auf die Serviette.

Dann schob er sie ihr unter die Nase.

Nele las seine Nachricht und deutete ihm an, ihr den Stift zu geben.

Sie setzte ein Kreuz und schob die Serviette zurück.

Durch die Kamera des Cafés konnte er sehen, dass er Nele tatsächlich gefragt hatte, ob sie mit ihm gehen wollte.

Wie kindisch, unser Agent, dachte er abfällig.

John las, nickte und erhob sich.

Die Kellnerin blieb verwundert stehen. »Ist alles in Ordnung? Stimmt etwas nicht mit dem Essen?«

»Doch, es ist alles bestens.« John zückte einen 50-Euro-Schein und reichte ihn ihr. »Aber wir müssen ganz dringend etwas erledigen.«

Er packte Neles Hand und zog sie aus dem Café.

»Was hast du vor?« Nele zog sich eilig ihren roten Mantel über, der die Zeit seit den 1950er Jahren irgendwie überlebt hatte und folgte John.

»Wir müssen nur ganz kurz in die Zentrale.«

»Was? Wieso?«

John blieb stehen. »Du hast meine Frage mit Ja beantwortet.«

»Ja. Und nun sind wir offiziell Freund und Freundin, oder?«

»Ganz genau. Und weil ich keine Lust habe, ein Hotelzimmer zu suchen, müssen wir vor der Elbe noch kurz einen Abstecher auf mein Zimmer machen.«

»Und was hast du im Zimmer vor, Babe?« Nele grinste.

»Ich werde dich verführen, Miss Future White.«

»Oh, ich wusste gar nicht, dass deine Serviette ein Heiratsantrag war.«

»War es auch nicht. Aber ich arbeite mich langsam vor.«

Lachend verschwanden sie im Häuserblock, in dem die Zentrale lag.

Genervt bezahlte ihr Beobachter und wartete in einigem Abstand auf der Straße, während er das Keuchen und leise Stöhnen in seinem Ohr vernahm.

Offensichtlich ging John ordentlich zur Sache.


Nach einer Dreiviertelstunde verließen sie das Gebäude der Firmenzentrale mit hochroten Wangen und liefen zum Hafen.

Er wusste, die zwei würden nun zum Elbstrand gehen.

In sicherem Abstand folgte er ihnen.

Wenn der Agent dachte, er könnte Nele zu hundert Prozent sicher beschützen, würde er ihm schnell deutlich machen, dass er sich auf dem Holzweg befand.

Vorahnungsvoll lächelnd begab er sich auf die Elbfähre, die John und Nele soeben betreten hatten.

An der zweiten Station stiegen sie aus, und er blieb ihnen dicht auf den Fersen.

Hand in Hand schlenderten die zwei zum Elbstrand und genossen die warmen Sonnenstrahlen.

Vielleicht die einzige Wärme, die sie noch würden genießen können, dachte er und spürte dieses warme Gefühl von Genugtuung.

John war so verliebt in Nele, dass er unaufmerksam war.

Sonst hätte er seinen Verfolger vermutlich längst bemerkt.

Ein oder zwei Wochen würde er ihnen noch gönnen - er war schließlich kein Unmensch.

Im Gegenteil, er wusste, je mehr Zeit er ihnen ließ, umso tiefer würden sie fallen, wenn er sie auseinandertrieb.

In seinem Kopf bildeten sich bereits die ersten Ideen.

Leise sprach er sie in sein Handy, damit er keine einzige Qual vergaß, die er seinem Superfeind antun wollte.

John sollte leiden.

So wie er damals.

Mehr noch: John sollte es innerlich zerreißen, dass er Nele nicht haben konnte, obwohl er sie so sehr liebte.

Und dann kam ihm eine grandiose Idee, die beste, die er seit Jahren hatte - und die er sofort beschloss umzusetzen: Er würde einen anderen Mann finden, der John Nele ausspannen konnte.

John sollte sehen, wie es war, wenn ein anderer Mann in ihrem Bett lag, während es ihm Schmerzen bereitete, auch nur daran zu denken.

Gott, der Agent würde Qualen leiden!

Was für eine Freude!

Und wer war da besser geeignet als Vincent von Falkenhayn, einer der begehrtesten Junggesellen Hamburgs?!

Da er John in jeder Hinsicht beschattete, wusste er natürlich von Vincents Großmutter: Hedwig von Falkenhayn alias #OmaCSI.

Die alte quirlige Dame war perfekt für seine Mission.

Sie hatte in ihren Instagram Lives bereits deutlich gemacht, dass sie ihren Enkel verkuppeln wollte.

Und genau dabei würde er ihr jetzt helfen.

Er würde Nele mit Vincent zusammenbringen, den Mann, den John mit seinem Falcon Team beschützen musste.

Was für eine exorbitant gute Idee!

Stolz beengte seinen Atem, als er den beiden bis ans Ufer folgte, um sie dort eng umschlungen zu fotografieren.

Er war so ein Genie!

Er würde dieses Foto nutzen, um sie auseinanderzubringen.

Und er wusste auch schon wie.

Lächelnd setzte er sich in eines der angrenzenden Restaurants und rief die alten Fotos von Mary auf, die er im Archiv des DarkNets versteckt hatte. Fokussiert sah er seine große Liebe an, wie sie dalag als würde sie schlafen.

Es war Johns Schuld, dass er sie hatte töten müssen.

Und nun würde John auch dafür bezahlen - wieder einmal.

Mit roter Schrift schrieb er auf das Bild von Mary: Erledigt.

Dann nahm er das Bild von Nele und John.

Nele schmiegte sich an John und es war den beiden anzusehen, wie sehr sie Amors Pfeil erwischt hatte.

Aber die Nähe zwischen ihnen interessierte ihn nur nebenbei.

Sie war gutes Futter für das, was er vorhatte - für den Moment, in dem er sie beenden würde.

Zufrieden schrieb er in roter Schrift auf das Bild: Beauftragt.

Er speicherte es ab, damit er es in ein paar Wochen an John schicken konnte.

Die Spiele hatten begonnen.

Und die zwei Liebenden hatten keine Ahnung, dass sie längst ein Teil davon waren.


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Actionsreiche Liebesgeschichte

Trilogie #LoveAtRisk


Was als zufällige Begegnung beginnt, wird zu einem Spiel

um Vertrauen, Kontrolle und Liebe unter Hochspannung.
Zwischen Schokolade und Schutzmaßnahmen, Nähe und Gefahr gerät Nele Falk in einen Strudel aus Gefühlen, Geheimnissen und Entscheidungen,

die niemand unbeschadet übersteht.

Während sich Romantik, Action und psychologische Spannung unaufhaltsam verdichten, wird klar:
Nicht jede Bedrohung ist sichtbar.
Nicht jede Wahrheit will ans Licht.
Und nicht jede Liebe überlebt, was auf dem Spiel steht.


#LoveAtRisk ist eine Trilogie über Leidenschaft unter Beschuss, starke Frauen, komplexe Männer – und die Frage, wie viel man bereit ist zu opfern, wenn Liebe zur Zielscheibe wird.

Für Leser:innen, die Romantik mit Nervenkitzel lieben –

und Geschichten, die man nicht einfach zuschlägt, sondern mitnimmt.


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